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Türkei - EU - Russland

Türkei - EU - Russland

Dieser Blog behandelt viele interessante politische Themen rund um den Bereich Asien. Insbesondere wird hier die Thematik aus der Türkei, EU und Russland geführt. Ein sehr lesenswerter Blog der Ansichten und Belange dieser Länder publiziert.
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es geht hier um 1001 Belange und Ansichten zur Türkei, Zypern, die EU und Russland - möglichst akurat.
Tags: blog eu russland tuerkei asien
Kategorie:
Ausland
Aufgenommen am:
25.10.2009 - 22:17:07
Zuletzt aktualisiert am:
19.01.2012 - 12:18:51
 
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Türkei - EU - Russland

 
UM/N/GEZOGEN
http://zypernundmehr.wordpress.com  ist unsere neue Adresse!viel spass!aliiskenderr  
Eintrag vom: 15:45:28 - 26.08.2011
Zypern: Geld, Macht und Rasse
Dass es so weit kommen wird, wussten wir alle es nicht schon seit Längerem? Xristofias hat seine Regierung aufgelöst. Zypern steht nun aber nicht in einer Art Hitzestarre deswegen. Ein neues Kabinet wird gebildet. Was ist geschehen? Munition ist explodiert. Teile der zyprischen Bevölkerung ist am explodieren, auch deswegen und weil das Gefühl, nicht mehr so viel Geld in der Tasche zu haben wie einst ganz real um sich greift. Und wenn es ums Geld geht, dann ist auch auf der Insel der Spaß am Ende angelangt. Inzwischen finde ich es mehr als nur ärgerlich, dass in der Nachrichtensammlung der PIO (Press Information Organization) Zyperns vom 29.07. 11 gar nichts zum Rücktritt der Regierung steht - zumindest nicht in der griechischen Ausgabe. Die englische Ausgabe, denke ich, wird dazu auch nichts drin haben, da sie meistens eine Zusammenfassung des griechischen Teils ist. Der Link des Newsletters, wo aus der Presse der türkischen Inselhälfte berichtet wird, dort wird das Thema indes angesprochen, und zwar in englischer Sprache. Im griechischsprachigen Teil des Newsletters, also, ist die Rede, wie immer, von den Verhandlungen mit den Nordzyprern, und dass die türkische Seite am Stillstand derselben, versteht sich, schuld ist. Dass Frau x und Herr y an dem Treffen teilnahmen von der UN oder nicht, und man sich bei denen über die wenig kooperative Haltung der türkischen Zyprer, wie immer, beschwerte, steht dort. Dass so rein gar nichts zu der Regierungsneubildung in diesem Newsletter steht, bzw. dem Ende der Regierung, erinnert an das, was man früher aus dem Ostblock sich anhören durfte von Journalisten und anderen, die von dort Bericht erstatteten. Immerhin ist die Regierung am 27. oder 28 o7 aufgelöst worden und der Newsletter ist vom 29. Und dass nach mehr als 40 Jahren an solchem Ort - dieser Newsletter wird vorwiegend für Journalisten ausgegeben - noch immer Beerdigungen von Männern, die 1974 beim Anrücken der türkischen Armee auf der Insel ihr Leben ließen, berichtet wird, grenzt, mit Verlaub, an Verarschung. Ich fühle mich da inzwischen verarscht, und entschuldige mich sogleich für meine Wortwahl. Zum einen verhandelt man mit den zyprischen Türken, um angeblich eine Lösung der Zypernfrage heranzuführen und dann schreibt die Pressestelle des Staates, die derzeit noch unter 'kommunistischer Führung ist', im gleichen Diktus wie sie es auch unter der Papadopolous Regierung, dem politischen ultra Rechtsausleger einst tat. Was sollen diese andauernd stattfindenden Beerdigungen irgendwelcher Gefallener 1974 in mehr oder minder regelmäßigem Abstand? Und dann das Vokabular dabei im Gebrauch: "Held, der zu Grabe getragen wurde, Kämpfer für die Freiheit und Demokratie, unser Volk ist unsagbarem Schmerz ausgesetzt, der begangenen Verbrechen wegen, die gegen die Demokratie Zypern im Sommer 1974 begangen wurden, wie viel Zeit auch immer verstrichen ist, wir gedenken dem Gemetzel an uns in jenen Tagen, welches unser Vaterland in die Katastrophe führte" etc. Andernorts wird immer noch und andauernd von Scheinregierung oder selbsternannten Minister x oder y geschrieben im Newsletter und dass der Besuch Erdogans vor kurzem im Inselnorden gar illegal gewesen sei. Bei dieser Rhetorik würde ich jedenfalls auch einen eher erhöhten Strompreis verlangen von den Südzyprern als Nordzyprer, wenn ich ihnen, so wie es gerade geschieht, mit Energie aushelfen soll. Auch dann, würde ich das tun, wenn ich weiß, von denen zuvor Strom mal sehr billig oder gar geschenkt bekommen zu haben. Denn bei solcher Rhetorik treibt es einem doch zu fragen: Wer hat damals denn das Gemetzel begonnen? Nach dem, was ich dazu erfahren durfte bislang, kommt einfach niemand daran herum zu sagen, es waren die aus dem Süden, die Griechischsprecher!!! Wenn Nikosia sich dahin gehend öffnen könnte, genau das so frank und frei zuzugeben, wäre schon viel Schrott aus der Welt geschafft. Die Holzköpfe und Unverbesserlichen im Süden würden dann endlich mit Tatsachen sich auseinander zu setzen haben und fänden keine weiteren Schlupflöcher, in die sie sich verrennen können. Der Terrorakt in Norwegen ist es, der mich bewegt, zu diesem Thema klarer denn je Stellung zu beziehen. Weil es dämmert in den Köpfen vieler Südzyprer, habe ich den Eindruck, eine dem geistig verirrten Terroristen aus Norwegen nahestehende Gesinnung. Viele haben auch auf Zypern den Eindruck, dass die Überfremdung ihre Freiheit und westlichen Lebensstil beschränkt, ja, gefährdet und ihnen vor allem daher und wegen angesprochener Schuldfrage, Unrecht geschieht. Desweiteren denken viele, dass die Orthodoxie gefährdet ist und Muslime, Buddhisten und andere Religionen den reinen Hellenismus, der ja eigentlich eh wenig bis gar nichts mit dem Christentum am Hut hat, der in Zypern anscheinend bestehen soll, vollends beflecken. Dass diese Fremden auch noch Gelder erhalten bzw. verdienen und Positionen innehaben, die eigentlich den Einheimischen zustehen - wer auch immer das genau sein soll - , ist nicht erst seit Norwegen ein weiteres bekanntes Argument derartiger Gesinnung. Das in Trennzeichen Stehende im Satz zuvor wird nur zur Erinnerung für all diejenigen geschrieben, die von reinen Rassen und dergleichen gerne träumen, denn Zypern, wie auch Gegenden andernorts, z.B. Deutschland, waren und sind schon immer Ein- und Auswanderung verschiedenster Menschentypen ausgesetzt gewesen. Und da wir gerade beim Thema sind, ein Beitrag aus dem Newsletter der PIO vom 29.07.11 (143/11/5): "Tens of thousands of illegal settlers will be granted white and green “identity cards” by the breakaway regime Under the title “White identity card to 40 thousand persons”, Turkish Cypriot daily Kibris (29.07.11) reports that Hasan Dede Tarhan, term president of the People’s Justice Council (HAK), which includes all the organizations of the Turkish settlers in the occupied area of Cyprus, has said that the number of the persons living illegally in the occupied area of the island is around 10 thousands. In statements to Kibris, Tarhan estimated that around 40 thousand persons will benefit from the white “identity card” which the breakaway regime plans to grant to the illegal settlers. He said that 13 thousand persons live in the occupied part of Cyprus with “work permit” and could take the “citizenship” of the breakaway regime, but the “citizenship” is to be granted to five thousand persons only. He noted that 1500 persons came to the island without having “work permit” and another six thousand workers could not renew their “permit” for various reasons. Kibris reports that according to the “regulation” adopted the day before yesterday by the “council of ministers”, the white “identity cart” will be granted to persons who live in the occupied area of Cyprus for a continuous period of eight years with a “work permit”, or for a discontinuous period of twelve years with a “work permit” or for a period of fifteen years with or without a “work permit”. These persons could be granted the white “identity card”, if there is no problem in their personal record and they have not been convicted by any court. The green “identity card” will be granted to persons who settle in the occupied area of Cyprus after they retire or persons who make big investments. According to the self-styled minister of finance Ersin Tatar, any businessman who invests more than 500 thousand US dollars will be granted green “identity card”. Bertan Zaroglu, chairman of the “association” of the settlers from Alexandretta, told Kibris that the most illegal workers in the occupied area of Cyprus come from Alexandretta. He noted that many persons will benefit from the amnesty which will be given by the “government”. Mehmet Ali Bebek, chairman of the “association” of the “Antakya Civilizations”, said that the number of the illegal persons from Alexandretta who will benefit from this amnesty is around five thousands. Mehmet Ayar, chairman of the “culture and solidarity association” of the settlers from Gaziantep said that 90% of their members have become “citizens” of the regime and argued that the number of the illegal persons from Gaziantep in the occupied area of Cyprus does not exceed 100. Turan Buyukyilmaz, chairman of the “cultural association” of the settlers from the Black Sea area, said that two thousand persons from the Black Sea area will benefit from this amnesty. Ismet Ilkan, chairman of the “cultural association” of the settlers from eastern and southeastern Turkey, said he does not know the number of the illegal workers from their area, but only in occupied Karpass peninsula 300 persons could benefit from this amnesty. ... Finally, under the title “Citizenship step by step”, Turkish Cypriot daily Afrika (29.07.11) reports that the process of granting the “citizenship” of the regime to all the settlers living in the occupied area of the island started after Turkish Prime Minister Erdogan’s illegal visit to Cyprus. Those who are granted white and green “identity card” will not be able to become “citizens” of the regime for the time being, but they will have the right of permanently living in the occupied part of Cyrus, writes the paper." (sollte es nicht möglich sein, einen Kommentar zu hinterlassen, dann liegt das daran, denke ich, das Teile des Postings auf Englisch sind. Beschwerden bitte an Blogg.de richten)  
Eintrag vom: 18:52:58 - 30.07.2011
Zypern - Ancient Greek Drama
 Bob de Walt, mit seinen Eindrücken zum Festival der altgriechischen Dramen auf Zypern. "Das Internationale Festival hat/te auch dieses Jahr wieder viele Besucher angelockt. Das Programm ist viel versprechend, die Aufführungen finden in den Amphitheatern von Paphos, Kourion (restaurierte Stadien aus der Römerzeit) und in Nicosia statt. Nicht alle Aufführungen konnte und werde ich besuchen - Urlaub steht bevor. Interessant ist festzustellen, dass das griechische Drama in den verschiedenen europäischen Ländern verschieden interpretiert wird, oder besser gesagt, wie zeitgemäße Regisseure glauben, sie müssten die Werke dem Zuschauer näherbringen. Ich spreche hier von Werken des Euripides, Sophocles und Aischylos, die dieses Jahr aufgeführt werden. „Die Bluthunde“ (Sophocles) wurde von der „Cultural Society Anagnosis“ aus Griechenland dargeboten. Das Stück basiert auf wenigen Bruchstücken, die von diesem Werk gefunden wurden. Dennoch wurden sie zu eindrücklichen, dramatischen Szenen zusammengestellt. Ins Gedächtnis rufen mag ich hier die Spürhunde auf der Fährte des Diebes der Rinderherde Apollos, den Gott des Lichtes Satyrn, die Göttin Kyllene, sowie Hermes als Jüngling, der ja bekanntlich die Rinderherde von Apollo stiehlt, sich aber gekonnt mit seinen Liedern auf der von ihm gebauten Lyra aus dem Schlamassel, den er angestellt hat, herausspielt singend. Versteht sich, es kommt zu einem Happy End, wo doch die beiden Protagonisten erkennen, dass sie eigentlich Brüder sind und Kinder des Zeus. Eine sprühende vife und lustvoll gespielte Komödie, die musikalisch recht wirkungsvoll untermalt wurde. Eine wunderbare Aufführung in einer lauen Sommernacht. „Der gefesselte Prometheus“ (Aischylos) war das Stück der „José Besprosvany Company“ aus Belgien in französischer Sprache. Für die Schauspieler ein ganz großes Bravo! Weniger geschätzt habe ich die Regie. Könnte mich täuschen, doch mir schien als eignete sich die französische Sprache wenig für das dramatische Geschehen einer griechischen Tragödie. Mit geschlossenen Augen hätte man gewiss gedacht, auf der Bühne werde „Racine“ gespielt. Leider nuschelte der Hauptdarsteller so sehr, sprach irgendwie meistens  in Richtung Boden vor sich, dass die gute Akustik des Amphitheaters versagte, und der Text kaum hörbar wurde. Untermalt war das Ganze mit Rap Musik, zu der auch getanzt wurde. Eine großartige Leistung des Schauspielers, doch derartige Passagen ausgerechnet in einer griechischen Tragödie? Wer kennt nicht die guten und schlechten Inszenierungen von Sophocles’s „Antigone“.  Zahlreich sind diese. Es ist wohl für uns moderne Menschen das Paradestück des griechischen Theaters. Eine dieser Fassung war in diesem Festival also zu sehen. Die englische „Theatre Lab Company“ spielte dieses Drama in einer ausgezeichneten Interpretation. Diese Theatergruppe wurde 1998 in London von griechisch stämmigen Theaterleuten gegründet. Deren Namen legen davon noch immer Zeugnis ab. So auch die Musik: Trommel, Pfeifen, Dudelsack und Zupfinstrument. Gesagt kann werden, das Stück war dann doch nicht so urgriechisch, wie von mir beim Anblick der Namen der Künstler erhofft wurde (einige Texte wurden in Griechisch gesprochen). Mir hatte das eher einen starken shakespeareschen Einschlag, besonders jener König Kreon (Ryan Hurst). Was nämlich öfters bei englischen Schauspielerinnen festgestellt werden kann, war auch diesmal gegeben, dass die Stimmen eher auf dem höheren Register liegen. Das steht bekanntlich im Gegensatz zu der eher dunkel gefärbten Stimme im griechischen Drama. Ich fand, dass dieser Vortrag sich nicht sonderlich gut dem Publikum vermittelte. Doch hervorgehoben muss werden, dass die Leistung aller Beteiligten erstklassig war - eindrücklich, intensiv und bezwingend. Viele Politiker, Wirtschafts- und Finanzmanager könnten vom despotischen Herrscher Kreon lernen. Entscheidungen, die zu spät gefällt werden, führen über ihren Herrschaftsbereich hinaus in den Abgrund, ins menschliche Verderben und Elend. Doch lernen die etwas daraus?"  
Eintrag vom: 08:46:29 - 28.07.2011
Lambrou's Tanzeleven - Limassol
In Limassol ist scheinbar das Tanzfieber ausgebrochen. Ganz unerwartet kommt es zwar nicht zustande, denn Vorführungen der Eleven des Tanzzentrums der Stadt Limassol finden ja jedes Jahr Anfang Juli statt. Das war nun das 4. Mal, dass das passierte. Gegründet wurde diese Ballettschule von Lambros Lambrou. Seit über 30 Jahren choreographiert dieser Mann. Bislang tat er das insbesondere in den USA, Kanada, Australien und auf europäischen Bühnen. Er hat sich einen Namen gemacht, was ihm ermöglicht, stets führende Startänzer für eine Einlage einladen zu können. Letztes Jahr zum Beispiel wurde Limassol von einem Paar aus dem Royal Ballet Covent Garden beehrt, dieses Jahr waren es Arika Togawa und Maximilian Genov von der Semperoper in Dresden. Togawa und Genov tanzten ein Pas-de-deux aus Coppelia in einer modernen Choreographie (William Forsythe). Die Musik dazu war von Thom Willems. Über die Güte der Musik mag ich mich nun nicht auslassen, da gebe ich besser keinen Kommentar zu ab, zumal die beiden Semperoperstars uns reichlich entlohnten. Sie waren, mit einem Wort: großartig!Was Herr Lambrou mit seinen Eleven auf die Bühne brachte, war unerwartet gut, hätte ich nicht gedacht, dass so etwas in Zypern möglich ist - erfreulich, erfreulich. Wir wurden hochkonzentrierter Disziplin der Eleven gewahr, die in allen Jahrgängen sichtbar vorherrschte. Die jungen Mädchen und Burschen (bis 11 Jahre) versprühten so viel Begeisterung, dass die minimalen Fauxpas keine Rolle mehr spielten. Bei den älteren Tänzern aus dieser limassolschen Eigenzucht war nicht nur Begeisterung im Spiel, sondern wirklich bereits profundes Können im Tanz am Werk. Mit Sicherheit werden sich einige entscheiden, denke ich, zukünftig das Ballett professionell aufzunehmen. Man kann nur hoffen, dass der eine oder die andere Förderer finden wird, die ermöglichen, sich auf einer europäischen oder russischen „Ballettschmiede“ einzuschreiben, was diese Eleven, so wie wir sie heute erleben durften, sicher mit Erfolg abschließen würden. Die getanzten Stücke waren klassische, auch Jazzklänge und moderne Musik kamen vor, so dass sich die Eleven in nahezu allen Stilrichtungen profilieren konnten. Ein sehr gelungener Abend.Bob de Walt
Eintrag vom: 07:59:01 - 08.07.2011
Tanz vom Besten, und das auf Zypern!
  Die Überschrift hätte ich gern positiv verstanden, werte Leser, denn dieses Mal wird der Beitrag ein überwiegend positiver, im Gegensatz zum vorhergehenden (siehe Posting davor). Die Überschrift hätte auch schlicht und einfach lauten können: „Endlich!“   Tanz und Oper gibt es also derzeit in Limassol, Paphos und Larnaka und zwar vom 24. Juni bis Ende Juli 2011. Die Veranstaltungs-Örtlichkeiten in diesen Städten erlauben  Freiluftaufführungen durchzuführen, und zwar in renovierten Amphitheatern.   Den Eröffnungstanz, wenn ich so sagen darf, gab das Ballet des Mariinsky Theaters aus St. Petersburg (das einstige Bolshoi Ballet). Und das, was der Name der Balletschule verspricht, wurde auch gehalten – Tanz in höchster Vollendung.   Das Programm des ersten Abends war sehr klug zusammengestellt. Es beinhaltete klassische wie auch moderne Stücke. Das erste war die „Chopiniana“ mit Musik von Frédéric Chopin (Walzer, Mazurka). Choreographiert war es von Michel Fokine (1908) worden. Wie zu erfahren war, stammt die getanzte Version aus dem Jahre 1931, die bekanntlich von Agrippina Vaganova revidiert worden war. Diese Tanz-Darbietung, die hier auf Zypern zu sehen war, war in sozusagen ur-russischer Tradition getanzt worden, und das bedeutet genauer: fast ausschließlich auf der Spitze bewegten sich die Solistinnen - wie beim Corps. Wunderschön erhabene Bilder, die sie derart kreierten, formten scheinbar in sich fließende und auseinander gehende Formationen, und das gehüllt in schneeweißen Tüll. Die Funktion des einzigen männlichen Tänzers auf der Bühne beschränkte sich nahezu darauf, die Tänzerinnen bei ihrem grazilen Tanz gelegentlich zu stützen, bzw. sie hoch zu stemmen, was bekanntlich ebenfalls ur-russischer Tradition entstammt.   Das zweite Stück mit dem Namen „Simple Things“, Musik von Arvo Pärt (Estone) , welches  von Emil Faski choreographiert worden ist, wurde von zwei Tänzerinnen und sechs Tänzern dargeboten. Die Tanzenden setzten tanzend den Kampf gegen das allgemeine Chaos und die Verstricktheit des Selbst darin interessant ins Szene. Eine wirklich großartige Leistung wurde uns da geboten, zwar modern, doch blieb dennoch ersichtlich, dass die ausgeführten Bewegungen der Tänzer ihre Existenz und Ausdruck ziemlich sicher dem klassischen Ballett schuldeten – es grenzte an Vollendung und war nicht schon wieder, mit Verlaub, ‚Bodenaufwischen‘.   Den Abschluss schließlich bildete ein (drittes) Kurzballett, das zur „Carmen Suite“ mit der Musik von Georges Bizet mit Zusatzbildern von Rodion Shchedrin den Abend mit Bravur abrundete. Die Choreographie hatte Alberto Alonso zu verantworten. Interessant an diesem Choreographen ist, dass er gemeinsam mit seiner Ehefrau, Primaballerina Alicia Alonso, in den Vierziger- Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts das geradezu legendäre Ballettduo Kuba’s waren. Bei dieser Aufführung hier auf Zypern tanzte Irina Golub die laszive Carmen, dies allerdings mit einer Intensität und feurigen Ausstrahlung, dass, wie soll ich sagen, eine gewisse feministische Attitüde, die da von ihr Ausging, sich direkt unter die Haut des Betrachters begab, diesen entsprechend und unumwunden aufwühlte. Unterstützt wurde sie von einem Tanzpartner, der auf seine Art ebenso intensiv rüberkam, wie man neuerdings auf Neudeutsch sagt. Der frenetische Applaus der Zuschauerschaft blieb zwar aus, doch für zyprische Verhältnisse war derselbe wahrscheinlich angemessen. Ich denke, ein Publikum in Mailand, Wien, Berlin, Paris oder Zürich wäre nach einer derart brillanten Aufführung in tosenden Beifall ausgebrochen. Bob de Walt  
Eintrag vom: 15:28:36 - 04.07.2011
Europäische Tanzfestival - Limassol
Das Tanzfestival von Limassol ist nun zu Ende. Ich habe nicht alle Vorstellungen besucht und kann das Festival daher lediglich auszugsweise kommentieren.Der schweizerische Beitrag wurde ja bereits von mir kommentiert, und denjenigen der Österreicher kann ich ohne Schuldgefühl auf der Seite lassen. Babette hat am 15. Juni in ihrem Blog geschrieben, was ich im Grunde genommen dazu zu sagen gehabt hätte.Die letzte Veranstaltung, die ich im Rahmen des Tanzfestivals besuchte, war der Beitrag der Deutschen. Walter Bickmann aus Berlin, assistiert von Lydia Klement, hat das Stück choreographiert, welches den Namen „Icon“ trug. Mit Verlaub, ich interpretiere das Dargbebotene so, dass das Wort "icon" für das Stück offenbar nichts mit einer orthodoxen Glaubensrichtung oder so zu tun hat, sondern eher aus der Welt der Computersprache zu stammen scheint, was die etworfenen Bilder, siehe auch das Programmheft, bestätigten. Der Tanz der Deutschen Tanztruppe war mit einer Videoprojektion hinterlegt, allerdings Musik dazu gab es erstaunlicher Weise keine. Zu hören waren anstatt Geräusche, eher fürs Ohr unangenehme Klänge, was meine Phantasie, wie ich hörte auch die anderer, depressive Dinge, an Lebenstragödie etc. denken ließ. Einige der aufgeführten Tanzbilder kamen mir vor wie Gymnastik vielleicht die von Turnvater Jahn aus Berlin Neukölln von einst, durchaus mit höchster Intensität und Körperbeherrschung dargeboten, das schon. Ja, es reißt mich nun doch dazu hin, von hervorragendem Bodenturnen zu schreiben, anstatt von Tanz oder dergleichem. Ich dachte mir: Versteht sich, der Moderne, oder wem auch immer, mag das, was da dargeboten wurde, geschuldet sein, insbesondere dann durchliefen mich an jenem Abend solche Gedanken, als urplötzlich epileptische Zuckungen der vermeintlich Tanzenden zu sehen waren - ich tippte intuitiv auf Traumabewältigung, die da vonstatten ging, vielleicht auch traumatische Angst davor, wer weiß, schlichtweg als Tänzer oder Tanzender erkannt zu werden.Und dann das gleichzeitig gezeigte Video dazu im Hintergrund! Es lief in drei Variationen müssen Sie wissen, zum einen so, dass die Tänzer in weißer Unterwäsche auf Stühlen sitzend gesehen werden konnten, während die anderen auf der Bühne standen, lagen und/oder sich reckten, gekleidet in schwarz zum 'geistreichen' Kontrast. Irritierend und schlichtweg nicht machbar an der ganzen Sache für mich war, das derart Dargebotene auf 2 Ebenen gleichzeitig betrachten zu können - resp. die beiden Ebenen inhaltlich miteinander zu verbinden, das ging bei mir leider fehl. Ein älterer Besucher, mit dem ich darüber sprach, meinte, dieses Stück sei für "die junge Generation" geschrieben worden, die diese Art der Kommunikation auf verschiedenen Ebenen alltäglich in elektronischen Welten erlebe. Dass es auch anders geht, dazu mehr im nächsten Beitrag!Bob de Walt Das Tanzfestival in Limassol
Eintrag vom: 22:24:58 - 03.07.2011
Justiz-Politisches Karussell Türkei!
Dass der Wahlsieger Tayyip Erdogan sich für diejenigen gefaelligst endlich ins Zeug legt, die wie er vor kurzem zwar gewaehlt wurden, aber per Gerichtsbeschluss nicht im Parlament sitzen sollen, wird immer lauter gefordert, angemahnt. Bekanntlich kann Tayyip Erdogan die juristrische Sachlage biegen, wie er und seine Kreise es ja bereits im Jahr 2002 in eigener Sache bewerkstelligen konnten. Die Türkei ist ein Rechtsstaat, einer, der mindestens ebenso elastisch beim Auslegen von Gesetzen verfaehrt und verfahren kann wie manch anderer - siehe z.B. manchen Mitgliedsstaat der EU. Dass die Kurden ihre Volksvertreter des Gerichtsbeschlusses wegen nicht antreten lassen (ınsgesamt 36), sie parlamentarisch zu vertreten, scheint beschlossene Sache geworden zu sein. Sie fordern, dass Herr Dicle umgehend als Parlamentarier zu bestaetigen ist. Und dabei sah doch bis vor Kurzem noch alles so rosig aus für die Türkei: Türkei als regionale Grösse aehnlich wie Israel, Iran oder Aegypten, Türkei im ökonomischen Aufwind, Türkei jung und dynamisch, türkischer Wissenschaftler entdeckt dies und das - und jetzt Das! Die Hohe Wahlkomission (YSK) riskiert mit ihrem Entscheid den Eklat? Ich finde, eingeweihte Kreise haben genau mit so etwas von denen zu so einem exponenten Zeitpunkt gerechnet. Man kennt sich ja schliesslich, und auf die von der YSK und anderen gleichen Kalibers bei Justizia ist daher Verlass. Am Rande sei bemerkt, dass zwei Vertretern des anderen politischen Spektrums (MHP) bislang der Zugang verwehrt wurde ins Parlament, wie gerade durch die türkische Presse rieselt: Balbay heisst der Bekanntere von beiden, der in Sachen Ergenekon und als Journalist der Cumhurriyet Tageszeitung von sich Reden macht. Doch wollen wir den Dingen mal gewogen entgegen sehen und davon ausgehen, dass diese eventuell klug eingefaedelte Sachlage dazu führt, dass weitere vergreiste Holzköpfe des einstigen starren kemalistischen System Türkei sich nun doch früher und anders als geplant dem Lauf der Zeit werden stellen müssen, mit einem derartigen Entschluss gestellt haben - Justizia gehört dringend ausgemistet! Hilfreich scheint zu sein, dass Tayyip Erdogan des Wahlergebnisses wegen Haenderingend nach einer Formel gesucht haben dürfte, sich dem Unmöglichen anzunaehern: mit den Kurden in ein und demselben politischen Bett zu kuscheln. Erdogan ist daher gut beraten, genau dahingehend seinen Einfluss einzubringen, wo doch jeder weiss, dass mit der Rechten oder gar den Sozialdemokraten eigentlich nichts wirklich bewegt werden kann als Koaslitionspartner. Und das, was es nun dringlicher als vielleicht jemals zuvor zu bewegen gilt, ist eben die Kurdenfrage im Lande und darueber hinaus. Wie bitte sehr sonst kann sich Erdogan international überzeugend als Broker in der palaestinensischen Sache profilieren - die Türkei hat als Broker grünes Licht kürzlich von den Palaestinensern erhalten -, wenn man im eigenen Land eine Minderheit partiell unterdrückt, die so klein von der Anzahl her eigentlich gar nicht ist. Ja, und da waere dann noch die Frage Damaskus. Hier koennte Erdogan vereint mit den Kurden im Boot endlich innen und aussenpolitisch Muskeln zeigen und das auch noch mit der Zustimmung und dem Wohlwollen der wahrscheinlich meisten Beteiligten, die für die Türkei vorerst von wichtigerer Wichtigkeit sind, wie die EU, USA, Indien, Brasilien, vielleicht auch bald China. So ganz nebenbei in diesem Prozess könnte die Türkei Nordzypern als eigenstaendigen Teil in ein geeintes Zypern entlassen - was die ziemlich politisch tapsig handelnden Südzyprer als Chance nicht schon wieder in den historischen Müllbehaelter kicken sollten, weil wer weiss, was da sonst noch auf die, mit Verlaub, leicht realitaetsfernen Insulaner zukommen könnte: ökonomisch, politisch und sozial! Alles was diesem hier entworfenen Szenarium in der anstehenden Realitaet nicht entspricht, wünsche ich, dass es noch rosiger sich zu auszuformen weiss - ich bin naemlich müde von Nachrichten über Mord und Totschlag des Alles um nahezu Nichts wegen!!!!   
Eintrag vom: 11:21:42 - 24.06.2011
Das Europäische Tanzfestival von Lemesos
Zum 14. Mal wurde das Tanzfestival am 2. Juni im Rialto Theater von Limassol, Zypern, eröffnet. Es ist mir nicht bekannt, wie die Reihenfolge der teilnehmenden Länder zustande kommt. Ich nehme an, dass dies gemäß der Verfügbarkeit passiert. Nicht zu übersehen ist, dass dieses Jahr weniger Länder teilnehmen als die Jahre davor. Den Auftakt machte der Schweizer Beitrag der Compagnie Linga aus Lausanne mit ihrem Stück „no.thing“. Für die Choreographie zeichneten Katarzyna Gdaniec und Marco Cantalupo. Die wirklich schreckliche Musik schrieb Hildur Gudnadottir, Licht und Design war von Bert De Raeymaecker. Verschiedene Sponsoren ermöglichten auch dieses Jahr wieder die Teilnahme einer Tanzgruppe, wobei federführend die Kulturstiftung „Pro Helvetia“ für die Schweizer, wie gehabt, in Erscheinung tritt. Das Tanzstück der Schweizer war international besetzt: 3 Tänzerinnen und 3 Tänzer. Zugegebenermaßen war ihr Tanz recht ausdrucksvoll, viel Bewegung, ja beinahe schon hektisches Zucken. Obgleich die Musik schrecklich eintönig war, im Stile von Frip & Eno, allerdings noch nervenzermürbender, waren dem Zuschauer dennoch einige emotionale Momente gegönnt worden, die so eine Art Sinn zu haben schienen. Die Message insgesamt des wohl modern inszenierten Stückes hat sich meiner Kenntnis allerdings entzogen. Es ist nun bereits das 2. Jahr in Folge, dass die Schweizer Beiträge so super-ober-modernistisch tun, dass man sich langsam fragt, ob die Schweizer geradezu zwanghaft glauben, so eine Art Avantgard auf die Bretter der Welt zaubern zu müssen - koste es was es wolle und sei es die Langeweile derer, die dafür oder dazu auch noch applaudieren dürfen-sollen. Ich hoffe, dass demnächst die Österreicher, die ich mir vorgenommen habe zu besuchen, mich nicht gelangweilt und innerlich etwas erbost nach Hause schicken werden. Bob de Walt
Eintrag vom: 16:44:14 - 09.06.2011
Das 11th International Pharos Chamber Music Festival - Zypern
   Ich bin Bob de Walt und war von den drei der fünf von mir besuchten Konzerte in Kouklia angetan, die der Pharos Trust dort veranstaltete wie jedes Jahr. Vom Programm her war es, wenn ich so sagen darf, das Gängige: Beethoven, Mozart, Haydn, Schubert, Brahms, außer den Außenseitern Ernest Chausson, Gabriel Fauré und Anton Arensky, wie auch, finde ich, das Piano Quintett in F Dur von César Franck und Lieder von Sergei Rachmaninoff. Fast obligatorisch an einem solchen Festival wie diesem scheint zu sein, dass mindestens ein Stück von Chopin auf dem Plan steht. Das Piano Trio in G Dur, Op. 8 wurde allerdings wirklich brillant dargeboten. Auf das Programm im Einzelnen mag ich hier nicht weiter eingehen, und erlaube mir, auf die schon seit einigen Jahren immer wieder zu diesem oder anderen Events des Pharos Trust bemühten selben Künstler auch nicht detaillierter zu sprechen zu kommen. Zum ersten Mal zeigte in Kouklia ein Schweizer Flötist (1. Flötist an der Berliner Philharmonie), Emmanuel Pahud, sein meisterhaftes Können, welch Fingerfertigkeit, die da geboten wurde, und dies aus unterschiedlichen Flötenkonzerten. Kein Wunder, dass dieser vielleicht vierzigjährige Künstler ein gefragter Solist bei den bekanntesten Orchestern und Kammermusikensembles weltweit ist. Ebenfalls zum ersten Mal stand ein israelischer Bratschist, Amihai Grosz, auf der Bühne in Kouklia, diesem historischen und recht romantischen Ort. Amihai Grosz's sonorer und sicherer Strich übers Instrument, seine augenfällige Musikalität im allgemeinen bestach auch an diesem Abend und hat ihm, wie zu lesen war, bereits einige Preise beschert. Er scheint mit vielen namhaften Orchestern, egal wo auf der Welt, zu spielen.   Dass die Künstler international tätig sind und einen gewissen dabei Erfolg zu verbuchen haben, wird hier nicht bestritten. Man mag es mir indes verzeihen, wenn ich es etwas belustigend finde, wenn diese Musiker mit ihren wirklich gut dargebotenen Musikbeiträgen im Rahmen eines so genannten Internationalen Festivals angepriesen werden - weil zum einen, der Großteil 'lediglich' bei den Berliner Philharmonikern fest angestellt spielt, und zum anderen einige einfach immer wieder auftreten, als gäbe es nirgendswo anders talentierte, gute Musiker. So gediegen die renovierte, kleine gotische Halle von Kouklia ist, ist sie dennoch, meiner Meinung nach, nicht ausreichend genug geeignet für ein internationales Publikum, welches ein Internationales Festival besuchen soll. Die mit Stoff überzogenen Plastikstühle, auf denen man in allen Reihen ebenerdig sitzt, dicht an dicht, werden dadurch nicht komfortabler, spätestens ihr Quietschgeräusch auf dem steinigen Boden verrät sie, wenn man Pech hat zur Unzeit, nämlich während gespielt wird - was leider unweigerlich vorkam, immer wieder und das war dann doch eher störend. Der kleine Eingang zur Konzerthalle, wenn man dazu mal so sagen darf, der für die Besucher sowie für die Künstler zu nehmen ist, lässt bei einem Notfall kein schnelles Evakuieren zu - es gibt also keinen seperaten Bühneneingang, geschweige denn einen Notausgang. Ferner erfordert der Zugang zu diesem Eingang, dass über 10 Steinstufen oder mehr zu steigen ist, die schlecht beleuchtet sind - und mit den vielen Leuten vor oder nach den Konzerten für gehbehinderte Menschen schlicht ein Horror sein dürften. Leute mit Rollstuhl brauchen sich erst gar nicht auf den Weg nach Kouklia zu machen - leider! Der recht nette Innenhof ist eigentlich geeignet, den Besuchern einen gediegenen Rahmen zu bieten, wo an hübsch gedeckten Tischen, Kleinigkeiten vor dem Konzert oder in der Pause angeboten werden könnten. Doch für die Pause oder für vor dem Konzert stehen lediglich ein paar wenige Stehtischchen zur Verfügung. Verkauft wird Wasser und Wein in Plastikfläschchen, Säfte in kleiner Verpackung aus Pappe, kein Happen zu essen weit und breit, wo ich oder andere, wie ich vernahm, das sich selbst streng verpasste Verbot herumzunaschen, gern mal wieder brechen würden wollen. "International Festival!", wie Herr CARO, der Veranstalter wissen lässt? Vielleicht wirklich für die Bauern der Region, mit Verlaub. Ganz und gar unpassend fand ich in diesem Zusammenhang, dass die Zuschauerschaft dazu aufgefordert wurde vor dem ersten Konzert, wie dann auch wieder an der Abschlussveranstaltung, an die Tourismusorganisation Zyperns Beschwerden zu schreiben, da diese Institution dem Pharos Trust ihre finanzielle Unterstützung nicht gewährt habe. Wer so ein Schreiben nachweislich aufgesetzt habe, müsse lediglich einen Ausdruck dieser Email vorlegen und bekäme dann eine CD der Vortragenden dieses Events "for free!" Der Abschluss, wie auch der Beginn dieser Serie von Kammermusikabenden, fand also in Nikosia statt. Der französische Pianist Philippe Cassard, ebenfalls ein international tätiger Musiker höchster Virtuosität, beendete das Festival mit Werken von Schubert, Brahms, Debussy und Liszt. Meines Erachtens hätten die Stücke die Cassard vortrug, durch einige weniger ohrenschädigend laute Stücke aufgelockert gehört, zumal man sich schließlich in der recht privaten Salonatmosphäre der so genannten Shoefactory befand, wo Herr CARO, wie man hört, zuweilen auch zu wohnen geruht. Cassard hatte nahezu ausschließlich (Ausnahme war eine Sektion eines Stücks von Debussy) sehr starke Werke gewählt, die er ziemlich aggressiv intonierte, was ich persönlich sehr schade fand. Es bleibt zu hoffen, dass wir in einem Jahr das 12. Festival erleben können, dann bitte gern anders und irgendwie frischer organisiert! Herrn Caro gebe ich den freundschaftlich gemeinten Rat, um sich vielleicht ein-zwei weitere Entscheidungsträger(innen) zu gruppieren, die im Fall des Falles, wenn ich so sagen darf, seinen Entscheid überstimmen können - gern von ihm möglichst unabhängige, versteht sich versierte, Frauen! Bob de Walt  
Eintrag vom: 11:54:14 - 07.06.2011
11. Internationales Kammermusik Festival Zypern
The 11th International Pharos Chamber Music Festival Vor einem Jahr hätte niemand mehr daran geglaubt, dass nach zehn erfolgreichen Jahren dieses Festival weiterhin organisiert werden könnte. Die Sponsoren hatten in der Finanzkrise andere Sorgen, als die Kunst, in dem Fall Klassische Musik, zu unterstützen. Das Wunder geschah, doch wahrscheinlicher ist, dass die Überredungskünste der Verantwortlichen der Pharos Arts Foundation überzeugend waren - eins von beiden, denk ich. Das Anfangs- und das Schlusskonzert finden also in Nikosia statt, fünf weitere Konzerte im Royal Manor House, Kouklia, welches kaum 20 km von Pafos entfernt gelegen ist. Vom einst wichtigsten Aphroditen-‚Heiligtum‘ ist dort weit und breit eher wenig übrig geblieben; das dazugehörige weite Ausgrabungsgelände kann aber besichtigt werden. Was hingegen gut restauriert ist und recht ansehnlich ist, ist das von den Lusignans im 12. Jahrhundert erstellte Gebäude, eben das so genannte Manor House, welches heutzutage als Konzertsaal dient, und dies hervorragend. Das Eröffnungskonzert fand bereits vor einigen Tagen statt. Der noch nicht vierzigjährige finnische Pianist Paavali Jumppanen, der international gut vernetzt zu sein scheint, in ganz Europa wie auch in den USA anscheinend Triumphe feiert, spielte die drei letzten Beethoven Sonaten mit bewundernswerter Eloquenz. Mit wenig Worten erklärte er vorher seine Auswahl der Stücke, die er zu spielen beabsichtigte. Er sprach davon, dass für ihn Beethoven der Komponist sei, der aus der vollen menschlichen Gefühlswelt seine Inspirationen geholt habe und diese auf die eindrücklichste Art und Weise zu instrumentalisieren verstand. Beethoven, ließ er des weiteren wissen, habe sich Ende des 18. Jahrhunderts der Wiener Klassik genähert, allerdings mit gespaltenen Gefühlen. Jumppanens enorme Virtuosität half gewiss, die aufwühlenden, ja, dramatischen Passagen eindrücklich der Tastatur abzuverlangen, um diese sodann abwechselnd mit zarten und beinahe romantischen Tönen zu verschmelzen. Der „Boston Globe“, bringt es auf den Punkt, gewiss nach einem Konzert wie dem unsrigen hier: „er (Jumppanens) versteht es, das Intellektuelle mit farbenfroher Phantasie zu einem virtuosen Feuerwerk zu kombinieren (freie Übersetzung des Autors). Bob de Walt
Eintrag vom: 20:44:32 - 11.05.2011
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