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Ibiza, die wehrhafte Insel
Autor: hohenstein | Besucher: 1558 | Bewertung:
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Kategorie: Reisen - Urlaub & Tourismus | Erstellt am: 25.01.2010 - 01:01:49

Von Wehrkirchen, Wachtürmen und einem romantischen Wehrdorf. Schneeweiß und trutzig wie Relikte aus alten, wilden und gefährlichen Zeiten, so als wollten sie noch heute die Insel vor den Unbilden der Welt schützen stehen die Wehrkirchen im Inneren der Insel. Runde, mächtige Wehrtürme sicherten die Küste. Auf den Wehrtürmen, die in Sichtweite um die Insel verteilt waren, zündete man beim Annähern feindlicher Schiffe, es waren vor allem Piraten aus Nordafrika, ein Feuer an, das von Turm zu Turm weitergegeben wurde um so den Bewohner noch genügend Zeit zu geben sich in ihre Wehrkirchen zu flüchten.

Diese Befestigungsanlagen stammen fast alle aus dem 16.Jahrhundert, eine für die Inselbewohner beängstigende und bedrohliche Zeit. In jenen Tagen kam es immer wieder zu Piratenüberfällen mit schweren Plünderungen und die Bewohner mussten die Sklaverei fürchten, denn Menschen brachten auf den Sklavenmärkten Nordafrikas hohe Gewinne. Aus Angst vor diesen Überfällen zog man ins Inselinnere, baute die vorhandenen Kirchen in Wehrkirchen mit dicken, befestigte Mauern und Kanonen auf den Dächern aus, um sich so vor diesen Angriffen zu schützen.

Selbst der Ibiza-Baustil der Fincas ist aus dieser Zeit geboren. Der Grundbau ist ein Würfel, aufgeteilt in einen Wohn- und Schlafraum, in Küche und Vorratskammer. Die Mauern sind zwischen 50 und 80 Zentimeter dick, die eingelassenen Fensteröffnungen klein und der Fußboden ist aus Stein. Hölzernes Mobiliar wurde, wegen der Brandgefahr, nur sehr selten und sparsam verwendet. Mit der Zeit wurden, je nach Bedarf, Kuben angebaut, die sich harmonisch ineinander verschachtelten, und erst in späteren Zeiten weiß gekalkt wurden. So gebaut fanden die Bauern vor Überfällen in ihren Höfen Schutz und konnten sich dort auch gut verteidigen.

Eine Tour zu den schönsten Befestigungsanlagen der Insel beginnt in Eivissa (Ibiza-Stadt). Am Hang von Eivissa steht die mauerumgürtete Oberstadt, die D´Alt Vila, die noch heute von der festungsartigen Kathedrale und dem Kastell überragt wird. Im Inneren der Anlage verliert man zwischen den meterdicken Mauern, drei Toren, sieben Bastionen und 14 Wachtürmen leicht den Überblick. Von 1554 bis 1585 baute der italienische Festungsbaumeister auf Befehl Kaiser Karl IV. (span. Rey Carlos I.) an der mächtigen Befestigung, die noch heute zu den best erhaltenen Europas zählt.

Südlich von Eivissa liegt unbemerkt an der PM802, der Straße zwischen Sant Jordi und den Stränden Platja de ses Salines und Platja d´es Cavallet die kleine, schmucke Wehrkirche Esglèsia de Sant Jordi romantisch am Rande der Salinen. Früher sorgte sie für das seelische Wohl der Salzarbeiter und bot ihnen bei Gefahr Unterschlupf. Seitdem die Wallfahrt zu Ehren der Virgen del Ricio, der Jungfrau vom Tau, aus Naturschutzgründen ins benachbarte Francesco verlegt wurde ist die Kirche in einen Dornröschenschlaf gefallen. Etwa 1 km von den Salinen entfernt ragt in Sichtweite von Eivissa, auf steilem Felsen, der Torre del Sal Rossa, über das Meer. Er zählt zu den ältesten Wehrtürmen der Insel. Er überwachte die Salztransporte nach Eivissa und warnte bei Piratengefahr.

Im Südwesten, in der Nähe von Cala d`Hort, gelangt man nur über einen sehr schlechter Feldweg zum Torre des Savinar. Nur zu Fuß erreicht man diesen massiven Wachturm. Aber der Aufstieg lohnt, denn von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die sagenumwobene Felseninsel Es Vedrà, die 382 m steil aus dem Meer ragt und auf der Außerirdische gelandet sein sollen. In Sant Antoni, zweigt unsere Straße auf die PM 812 ab, eine Straße die nach Santa Agnés, einem vom Tourismus weitgehend verschonten Flecken führt. Um die kleine schmucke Wehrkirche scharen sich, als suchten sie den Schutz der Kirche, ein Schuh-und Ledergeschäft und zwei Restaurants. In diesem kleinen Ort, der eigentlich keiner ist, sollte man eine Rast einlegen und die Ruhe der Landschaft und das gute Essen in einem der beiden Restaurants genießen.

Weiter nördlich sieht man schon von Weitem die mächtige Wehrkirche Església de Sant Miquel auf einem Bergrücken. Sie überragt das kleine Bauerndorf St Miquel und gilt als die älteste und eine der schönsten Dorfkirchen der Insel. Auch hier meterdicke Mauern mit kleinen, hoch gelegenen Fensteröffnungen. Den Kern bildet das Längsschiff mit seinen gotischen Bögen. Mit den beiden Seitenkapellen ergibt ein Kreuz den Grundriss dieser Wehrkirche. Die 1691 angebaute Capella de Benirràs ist mit schlichten Wand- und Deckenmalereien verziert. Im Innenhof finden jeden Donnerstag um 18 Uhr ibizenkische Volkstänze statt, die der Pfarrer seinen Gästen in sechs Sprachen erklärt. Und zu der Besucher von allen Ecken der Insel in Bussen an reisen. Hier oben auf dem Kirchberg gibt es noch das alte Sant Miquel. Mächtige Platanen und niedrige Häuser vermitteln eine beschauliche Dorfatmosphäre. Und man hat einen herrlichen Ausblick über das weite Tal und die bewaldeten Berge der Umgebung.

Weiter im Norden, inmitten einer rauen Berglandschaft liegt Sant Joan. Der Mittelpunkt diese ruhigen, recht verschlafenen Dorfes ist die Església de Sant Joan. Sie besitzt im Gegensatz zu allen anderen Dorfkirchen ein tonnengewölbtes Ziegeldach und einen spitzen Glockenturm. Sollte der angrenzende Friedhof geöffnet sein, lohnt ein kurzer Besuch. Denn hier zeigt sich eine Eigenart der Bestattungskultur der Insel. Da die Flächen in den Friedhöfen der Insel ziemlich beschränkt sind, werden die Toten nach einem kurzen Aufenthalt in der Erde in eine der gemauerten Nischen, die in die Friedhofsmauer eingefügt sind, umgebettet. Weiter südlich liegt das gut erhaltene Wehrdorf Balàfia, jahrhundertelang beliebtes Plünderungsziel der von Osten her einfallenden Piraten. Liegt der Ort doch nur 8 km von der Küste entfernt.

Beim Anblick von Feinden flüchteten die Bauern in den mit drei Türmen bewehrten Weiler. Über einziehbare Strickleitern kletterten sie in die torlosen Türme. Das Fischgrätenmuster der Turmsteine sollte die Festigkeit der Mauer erhöhen und die böse Geister sollten durch die aufgemalten weißen Kreuze fern gehalten werden. In diesem Dorf wird die festungsartige Eigenart der verschachtelten Fincas und Gassen deutlich. Damals waren die Häuser nicht weiß gestrichen sondern aus Tarnungsgründen erdfarben. Der romantisch gelegene Ort ist nur über einen Feldweg zu erreichen. Man kann nur durch die engen Gassen schlendern, aber nichts besichtigen denn das Dorf befindet sich in Privatbesitz. Ihm gegenüber liegt im Nachbarort Sant Llorenc auf einer Anhöhe, romantisch die Wehrkirche Esglèsia de Sant Llorenc.

Weiter im Osten der Insel liegt der kleine Durchgangsort Sant Carles. Die sehenswerte Wehrkirche Parroquia de Sant Carles, mit ihren modernen Holzschnitzereien und Altarkreuz und die Bar Anita gegenüber bilden den Mittelpunkt des sozialen Lebens dieses Bauerndorfes. In der Zeit der „Blumenkinder“ war die Bar Anita, gegenüber der Kirche, deren Treffpunkt und Kult, war Dorfladen, und ist Poststation, bis heute. Weiter südlich, direkt am Meer, kommen wir nach Santa Eulària. Die zweitgrößte Stadt der Insel wird weithin sichtbar vom 52 Meter hohen „heiligen Berg“, dem Puig de Missa (Gottesdienstberg) überragt. Auf dessen Spitze weithin sichtbar die trutzige Kirchenfestung Església Es Puig de Missa thront. Mit ihren meterdicken Mauern und hoch eingesetzten Fenstern gehört sie zu den schönsten Wehrkirchen Ibizas.

An der Rückseite kann man noch heute am halbrunden, massigen Brüstungsturm aus Naturstein den ursprünglichen Wehrcharakter der Kirche sehr gut erkennen. Auch hinter dieser Kirche ein inseltypischer Friedhof mit hohen Mauern, in deren Nischen die Toten beigesetzt werden. Was auffällt, ist der unechte Blumenschmuck, wie auf allen Friedhöfen der Insel. Nur auf frischen Gräbern stehen frische Blumen. Vielleicht werden wegen der großen Hitze nur Plastikblumen in den, für unseren Geschmack, unmöglichsten Farben aufgestellt. Vom Kirchberg aus wurde früher nicht nur das Meer, sondern auch die zahlreichen Wassermühlen zu seinen Füßen, überwacht. Denn in dieser Gegend lag die Mündung des Riu de Santa Eulària, des einzigen Flusses der Insel, der in den Bergen hinter Santa Gertrudis entspringt. Dessen Mündung schon die Araber zur Bewässerung einer weitläufigen angelegten fruchtbaren Felderwirtschaft nutzten. Heute ist der Fluss nur noch ein Rinnsal und fast immer ausgetrocknet.

Zurück in Eivissa schließt sich der Kreis der Wehrhaftigkeit der Insel. Ibiza hat sich im Laufe der Jahrtausende seiner Besiedlung an Fremde gewöhnt. Alle kamen und eroberten und wurden wieder vertrieben, so kamen in der Antike die Karthager dann die Römer, die von den Wandalen abgelöst wurde, dann kam Byzanz. Später die Mauren, dann die Normannen, die wiederum von den Mauren vertrieben wurden. 1235 eroberten die Katalanen im Namen der spanischen Krone in der Reconquista, der christlichen Rückeroberung, die Insel, und sie wird ein Teil des spanischen Königreiches. Um 1500 kam dann die Zeit der Piraten. Heute freut man sich auf der Insel über die neue Heimsuchung durch den Tourismus. Diese Eroberer kommen in friedlicher Absicht entweder als, Sonnenanbeter, Hippies oder wegen der faszinierenden Kultur, der Architektur oder einfach des außergewöhnlichen Unterhaltungsangebotes wegen. Damit kann der Inselbewohner heute leben.


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